Zucht von Papageien und Sittichen

 
Was ist eine Zuchtgenehmigung?
Eine Zuchtgenehmigung (ZG) ist eine amtliche Erlaubnis, in Deutschland Papageien und Sittiche zu züchten und mit ihnen zu handeln.
 
Für die Zucht und den Handel mit Papageien und Sittichen ist gemäß § 17 g Tierseuchengesetz (TierSG) eine Erlaubnis (Zuchtgenehmigung) erforderlich.
Für die Erteilung dieser Erlaubnis müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
 
1. Der Antragsteller muss nach den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches grundsätzlich voll geschäftsfähig sein, d. h. die Erlaubnis kann nur volljährigen Personen erteilt werden.
   
2. Die Räumlichkeiten, in denen die Sittiche und Papageien gehalten werden, müssen so beschaffen sein, dass im Falle des Ausbruchs der Psittakose eine wirksame Seuchenbekämpfung möglich ist. Dies bedeutet beispielsweise, dass die Tiere nicht in Wohnräumen untergebracht sein dürfen. Außerdem muss ein separater und leicht zu reinigender bzw. zu desinfizierender Raum (Quarantäneraum) zur vorübergehenden Unterbringung kranker oder seuchenverdächtiger Vögel vorhanden sein.
   
3. Der Antragsteller muss über die erforderliche Sachkunde verfügen.
   

   
Züchter müssen ausreichende Kenntnisse über folgende Gebiete besitzen und nachweisen:
   
1. Biologie der Papageien und Sittiche
2. Benennung und Unterscheidung der wichtigsten gehandelten Psittaciden-Arten
3. Aufzucht, Haltung, Fütterung und allgemeine Hygiene beim Umgang mit Psittaciden
(hier u. a. auch die wichtigsten Bestimmungen des Tierschutzgesetzes).
4. Psittakose
• Ansteckung (Übertragung), Inkubationszeit, Symptome
• Krankheitsverlauf bei Psittaciden und beim Menschen
• Schutzmaßnahmen
• Desinfektion
5. Andere wichtigen Krankheiten der Psittaciden
6. Einschlägige gesetzliche Bestimmungen zur Bekämpfung der Psittakose bei Psittaciden und beim Menschen (Tierseuchengesetz, Psittakose-Verordnung, Infektionsschutz), insbesondere
• Zweck der gesetzlichen Vorschriften
• Maßnahmen des Tierbesitzers bei Verdacht auf Psittakose (Anzeigepflicht usw)
• Pflichten des Züchters von von Psittaciden (Buchführung, Beringung usw.)
   

   
Informations- und Lernmaterial für die Sachkundeprüfung kannst Du hier anfordern:
Wirtschaftsgemeinschaft
Zoologischer Fachbetriebe GmbH
Rheinstrasse 35
63225 Langen
Tel: (06103) 91070
 
Es ist verboten, ohne Erlaubnis Sittiche oder Papageien zu züchten oder mit ihnen zu handeln.
Als Zucht ist bereits das Aufhängen von Nistkästen anzusehen.
Die Zuwiderhandlung ist eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einer Geldbuße bis zu 25.000 Euro geahndet werden (§ 76 Abs. 2 Nr. 4 TierSG).
 
Die Erlaubnis wird beim örtlichen Stadtgesundheitsamt – Veterinäramt beantragt und ist gebührenpflichtig. Nach entsprechender Vorbereitung sollte man den Antrag schriftlich stellen und sich dann zwecks Ablegung der Sachkundeprüfung und Abnahme der Räumlichkeiten mit dem zuständigen Amtstierarzt in Verbindung setzen. Der Nachweis der Zuverlässigkeit des Antragsstellers erfolgt durch Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses.
 
Eine weitere Voraussetzung für das Erteilen einer Zuchtgenehmigung ist eine art- und verhaltensgerechte Unterbringung der Tiere.